| Madonna auf Erfolgskurs |
| Samstag, den 14. Februar 2009 um 09:43 Uhr |
Quelle: http://www.madonna-news.de/
Das US-Musik-Magazin Billboard hat wie jedes Jahr seine Liste der Top Money Makers, sprich der Stars, die im vergangenen Jahr am meisten verdient haben, veröffentlicht. Auf der 20 Stars umfassenden Liste für 2008 steht Madonna mit Abstand ganz oben. Hier die Top 5:1. Madonna: $242.176.4662. Bon Jovi: $157.177.7663. Bruce Springsteen: $156.327.9644. The Police: $109.976.8945. Celine Dion: $99.171.237Interessant ist zu analysieren, wie Madonna diese stolze Summe geschafft hat. Ihr letztes Jahr erschienenes Album Hard Candy und die ausgekoppelten Singles machen nämlich nur einen ganz kleinen Bruchteil dieser Summe aus. In der Liste der bestverkauften Alben 2008 in den USA steht Hard Candy nämlich nur auf Platz 50; in der Liste der digitalen Downloads auf Platz 14; in den Klingeltoncharts taucht es gar nicht auf. Miles Away, in der Show eines der Lieblingsstücke der Fans, gilt an der Ladentheke als einer von Madonnas größten Flops. Der Löwenanteil der über $240 Millionen stammt also aus der Sticky & Sweet Tour.
Dies gilt übrigens auch für die Künstler auf den Plätzen 2 - 5 in o. a. Liste. Auch sie erzielten mit ihren Tourneen deutlich mehr Einnahmen als mit ihren CDs. Die jahrzentelang geltende Regel, dass das Album die Haupteinnahmequelle eines Stars ist, und die begleitende Tournee eher Promotionszwecken dient, hat sich also umgekehrt.Madonnas Strategie, sich von ihrer langjährigen Plattenfirma Warner abzuwenden und zu Konzertveranstalter Live Nation zu wechseln, war also goldrichtig. Viele Musikmanager, die dies damals als riskanten Schritt betrachtet hatten, müssen nun wohl einsehen, dass sich das Musikbusiness tatsächlich grundlegend gewandelt und Madonna mit ihrer revolutionären Entscheidung die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt hat. Auch die Kritiker, die gemunkelt hatten, Live Nation hätte sich mit dem $120 Millionen Deal mit Madonna wahrscheinlich übernommen, dürften nun verstummen, denn der Break Even für Live Nation dürfte bereits allein durch diese erste Tournee erreicht sein.Vor diesem Hintergrund überrascht auch nicht, dass Madonna ihre Tour in 2009 hinein verlängert. In den kommenden Monaten ist außer einer Best Of-CD und einer Tour-DVD vermutlich nichts Neues von Madonna zu erwarten. Doch mit der neuen Konzertserie dürfte sie sich erneut in den oberen Rängen der Money Makers 2009 wiederfinden. Außerdem werden hierdurch die Bilanzen verbessert: Ca. 40% der Einnahmen aus der bisherigen Tournee dürften durch die Produktionskosten verschlungen worden sein. Zusätzliche Einnahmen durch eine Tournee mit demselben Equipment und demselben Produktionsdesign werden den Anteil der Produktionskosten an der Gesamttournee auf vermutlich unter 30% drücken. Warum also neu investieren, wenn man aus demselben Material noch mehr Kohle rausholen und somit die Gewinnspanne maximieren kann?Und die Rechnung scheint erneut aufzugehen. Die Fans kaufen ihre Tickets bereits wie verrückt, obwohl viele die Show bereits mehrfach gesehen haben. Man kann getrost behaupten, dass das Ergebnis des kreativen Prozesses, der in die Produktion des Albums und der Show eingeflossen ist, finanziell maximal ausgeschöpft wird. Madonna dürfte dieses Jahr nicht nur den Rekord der erfolgreichsten Tour aller Zeiten brechen, sondern auch die bestverdienende Künstlerin des Jahres ohne neue Musik werden.Und was erwartet uns danach? Angesichts der Einnahmen aus einer Tournee lohnt sich ja die Investition in die Produktion eines neuen Albums kaum, wenn dieses die Haupteinnahmequelle sein soll. Vielmehr lohnt sich ein neues Album hauptsächlich als Promotionsmittel für eine neue Tournee. Madonnas nächstes Album wird das erste sein, das zusammen mit einer Tournee von Live Nation aus einer Hand vermarktet werden wird. Es wird also sehr wahrscheinlich schon von Anfang an mit Hinblick auf eine kurz darauf folgende Tour konzipiert. Das Album wird nicht mehr als Werk für sich stehen sondern Albummotto, -produktion, -konzeption, und -kompositionen inklusive Entwürfe für begleitende Musikvideos werden Teil der Gesamtkonzeption für Album plus folgender Tournee sein. Diese Tour wird eine ausgedehnte, unzählige Termine umfassende Welttournee sein, die sich hauptsächlich in den größten Stadien der Welt abspielen wird. Auch können wir auf neue Experimente rund um Hot Tickets und andere Special Packages gespannt sein. Schließlich will nicht nur Madonna sondern auch Live Nation das neue gewinnbringende Konzept maximal auszreizen.Bleibt zu hoffen, dass bei all den Plänen um Gewinnmaximierung auch künstlerische und kreative Konzepte weiterhin ihren Platz finden. Doch da vertrauen wir mal ganz auf Madonna, deren Anliegen es schon immer war, nicht nur das meiste Geld zu scheffeln, sondern auch immer das beste Werk abzuliefern. Solange sich Madonnas Einstellung in dieser Hinsicht nicht ändert, können wir Fans frohen Mutes in die Zukunft schauen.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 14. Februar 2009 um 10:05 Uhr |
Das US-Musik-Magazin Billboard hat wie jedes Jahr seine Liste der Top Money Makers, sprich der Stars, die im vergangenen Jahr am meisten verdient haben, veröffentlicht. Auf der 20 Stars umfassenden Liste für 2008 steht Madonna mit Abstand ganz oben. Hier die Top 5:1. Madonna: $242.176.4662. Bon Jovi: $157.177.7663. Bruce Springsteen: $156.327.9644. The Police: $109.976.8945. Celine Dion: $99.171.237Interessant ist zu analysieren, wie Madonna diese stolze Summe geschafft hat. Ihr letztes Jahr erschienenes Album Hard Candy und die ausgekoppelten Singles machen nämlich nur einen ganz kleinen Bruchteil dieser Summe aus. In der Liste der bestverkauften Alben 2008 in den USA steht Hard Candy nämlich nur auf Platz 50; in der Liste der digitalen Downloads auf Platz 14; in den Klingeltoncharts taucht es gar nicht auf. Miles Away, in der Show eines der Lieblingsstücke der Fans, gilt an der Ladentheke als einer von Madonnas größten Flops. Der Löwenanteil der über $240 Millionen stammt also aus der Sticky & Sweet Tour.
Dies gilt übrigens auch für die Künstler auf den Plätzen 2 - 5 in o. a. Liste. Auch sie erzielten mit ihren Tourneen deutlich mehr Einnahmen als mit ihren CDs. Die jahrzentelang geltende Regel, dass das Album die Haupteinnahmequelle eines Stars ist, und die begleitende Tournee eher Promotionszwecken dient, hat sich also umgekehrt.Madonnas Strategie, sich von ihrer langjährigen Plattenfirma Warner abzuwenden und zu Konzertveranstalter Live Nation zu wechseln, war also goldrichtig. Viele Musikmanager, die dies damals als riskanten Schritt betrachtet hatten, müssen nun wohl einsehen, dass sich das Musikbusiness tatsächlich grundlegend gewandelt und Madonna mit ihrer revolutionären Entscheidung die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt hat. Auch die Kritiker, die gemunkelt hatten, Live Nation hätte sich mit dem $120 Millionen Deal mit Madonna wahrscheinlich übernommen, dürften nun verstummen, denn der Break Even für Live Nation dürfte bereits allein durch diese erste Tournee erreicht sein.Vor diesem Hintergrund überrascht auch nicht, dass Madonna ihre Tour in 2009 hinein verlängert. In den kommenden Monaten ist außer einer Best Of-CD und einer Tour-DVD vermutlich nichts Neues von Madonna zu erwarten. Doch mit der neuen Konzertserie dürfte sie sich erneut in den oberen Rängen der Money Makers 2009 wiederfinden. Außerdem werden hierdurch die Bilanzen verbessert: Ca. 40% der Einnahmen aus der bisherigen Tournee dürften durch die Produktionskosten verschlungen worden sein. Zusätzliche Einnahmen durch eine Tournee mit demselben Equipment und demselben Produktionsdesign werden den Anteil der Produktionskosten an der Gesamttournee auf vermutlich unter 30% drücken. Warum also neu investieren, wenn man aus demselben Material noch mehr Kohle rausholen und somit die Gewinnspanne maximieren kann?Und die Rechnung scheint erneut aufzugehen. Die Fans kaufen ihre Tickets bereits wie verrückt, obwohl viele die Show bereits mehrfach gesehen haben. Man kann getrost behaupten, dass das Ergebnis des kreativen Prozesses, der in die Produktion des Albums und der Show eingeflossen ist, finanziell maximal ausgeschöpft wird. Madonna dürfte dieses Jahr nicht nur den Rekord der erfolgreichsten Tour aller Zeiten brechen, sondern auch die bestverdienende Künstlerin des Jahres ohne neue Musik werden.Und was erwartet uns danach? Angesichts der Einnahmen aus einer Tournee lohnt sich ja die Investition in die Produktion eines neuen Albums kaum, wenn dieses die Haupteinnahmequelle sein soll. Vielmehr lohnt sich ein neues Album hauptsächlich als Promotionsmittel für eine neue Tournee. Madonnas nächstes Album wird das erste sein, das zusammen mit einer Tournee von Live Nation aus einer Hand vermarktet werden wird. Es wird also sehr wahrscheinlich schon von Anfang an mit Hinblick auf eine kurz darauf folgende Tour konzipiert. Das Album wird nicht mehr als Werk für sich stehen sondern Albummotto, -produktion, -konzeption, und -kompositionen inklusive Entwürfe für begleitende Musikvideos werden Teil der Gesamtkonzeption für Album plus folgender Tournee sein. Diese Tour wird eine ausgedehnte, unzählige Termine umfassende Welttournee sein, die sich hauptsächlich in den größten Stadien der Welt abspielen wird. Auch können wir auf neue Experimente rund um Hot Tickets und andere Special Packages gespannt sein. Schließlich will nicht nur Madonna sondern auch Live Nation das neue gewinnbringende Konzept maximal auszreizen.Bleibt zu hoffen, dass bei all den Plänen um Gewinnmaximierung auch künstlerische und kreative Konzepte weiterhin ihren Platz finden. Doch da vertrauen wir mal ganz auf Madonna, deren Anliegen es schon immer war, nicht nur das meiste Geld zu scheffeln, sondern auch immer das beste Werk abzuliefern. Solange sich Madonnas Einstellung in dieser Hinsicht nicht ändert, können wir Fans frohen Mutes in die Zukunft schauen. 